Wärmepumpen-Ratgeber

Wärmepumpe im Winter: Funktioniert sie bei Frost im Rheinland?

Luft-Wärmepumpe an einem Einfamilienhaus im Rheinland an einem frostigen Wintermorgen mit leichtem Schnee

Eine der häufigsten Sorgen vor dem Heizungstausch: Hält die Wärmepumpe auch durch, wenn es draußen richtig kalt wird? Die Vorstellung, dass die Anlage bei Frost schlappmacht oder das Haus kalt bleibt, hält viele Hausbesitzer zurück. Die gute Nachricht vorweg: Moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen sind für den Winterbetrieb gebaut, und das Rheinland gehört klimatisch zu den milderen Regionen Deutschlands.

Dieser Beitrag erklärt sachlich, was in der Wärmepumpe bei Minusgraden passiert, warum das Abtauen kein Defekt ist, wann der Heizstab einspringt und worauf Sie bei Köln, Bonn oder in der Eifel achten sollten. Wenn Sie Ihr Vorhaben konkret durchrechnen möchten, hilft der Förder-Rechner oder eine unabhängige Beratung über Wärmepumpen Rheinland.

Wie kalt wird es im Rheinland überhaupt?

Für die Auslegung einer Heizung zählt die sogenannte Norm-Außentemperatur nach DIN/TS 12831-1, nicht der kälteste jemals gemessene Tag. Das ist ein statistischer Wert, der in etwa 10 von 20 Jahren an mindestens zwei aufeinanderfolgenden Tagen unterschritten wird. Für den Raum Köln/Bonn liegt dieser Auslegungswert bei rund minus 10 Grad Celsius. Zum Vergleich: In Oberbayern oder im Erzgebirge rechnet man mit bis zu minus 16 Grad.

Das Rheinland profitiert vom milden atlantischen Einfluss. Echte Dauerfrosttage sind selten, und die wenigen sehr kalten Nächte fallen für die Jahresbilanz kaum ins Gewicht. Nur in den höheren Lagen der Eifel, etwa im Kreis Euskirchen, wird es spürbar kälter, was bei der Dimensionierung berücksichtigt werden sollte. Eine korrekt ausgelegte Anlage deckt die Heizlast auch am kältesten Auslegungstag ab.

Was in der Wärmepumpe bei Minusgraden passiert

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe entzieht der Außenluft Wärme, selbst wenn diese unter dem Gefrierpunkt liegt. Physikalisch steckt auch in minus 10 Grad kalter Luft noch nutzbare Energie. Je kälter es wird, desto größer wird allerdings der Temperaturhub zwischen Außenluft und Heizwasser, und desto mehr Strom braucht der Verdichter. Die Leistungszahl COP sinkt also an kalten Tagen.

Wichtig ist das Verhältnis: Auch bei sehr niedrigen Temperaturen erzeugt eine Wärmepumpe mehr Wärme, als sie an Strom verbraucht. Der Feldtest „WP-QS im Bestand“ des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) begleitete 77 Anlagen über mehrere Jahre im realen Betrieb. Ergebnis: Luft-Wasser-Wärmepumpen im Bestand erreichten im Schnitt eine Jahresarbeitszahl von 3,4, erdgekoppelte Anlagen 4,3. Über das ganze Jahr, inklusive aller kalten Tage und Abtauvorgänge, lieferten die Geräte damit ein Vielfaches der eingesetzten Stromenergie. Ein Zusammenhang zwischen Baualter des Gebäudes und Effizienz ließ sich nicht feststellen.

Die Hersteller geben für viele aktuelle Modelle einen sicheren Betrieb bis minus 20 Grad an, einzelne Geräte sogar bis minus 25 Grad. Für das Rheinland liegt das komfortabel jenseits dessen, was üblicherweise auftritt.

Abtauen ist normal, kein Defekt

Bei Außentemperaturen um den Gefrierpunkt kondensiert Luftfeuchtigkeit am Verdampfer der Außeneinheit und gefriert zu einer dünnen Eisschicht. Damit der Wärmetauscher nicht zusetzt, kehrt die Wärmepumpe kurzzeitig ihren Kreisprozess um und taut sich selbst ab. Dieser Vorgang dauert in der Regel nur wenige Minuten und läuft vollautomatisch. Im Haus bleibt die Wärmeversorgung dabei praktisch unbemerkt.

Das Abtauen kostet etwas Energie und senkt die Effizienz im Temperaturbereich um null Grad leicht ab. Genau diese Verluste sind in den gemessenen Jahresarbeitszahlen bereits enthalten. Ein regelmäßiges, kurzes Abtauen ist also ein Zeichen dafür, dass die Regelung sauber arbeitet. Wenn die Außeneinheit dagegen dauerhaft stark vereist, deutet das eher auf ein Problem mit Aufstellort oder Kondensatablauf hin und sollte vom Fachbetrieb geprüft werden.

Heizstab und Bivalenzpunkt: die Sicherheitsreserve

Die meisten Luft-Wasser-Wärmepumpen im Eigenheim laufen monoenergetisch. Das heißt: Ein elektrischer Heizstab unterstützt den Verdichter an den wenigen extrem kalten Tagen. Der Punkt, ab dem er zugeschaltet werden kann, heißt Bivalenzpunkt und liegt oft zwischen minus 5 und minus 7 Grad. In der Praxis trägt der Heizstab über das Jahr gesehen meist nur einen kleinen einstelligen Prozentanteil der Heizarbeit bei.

Noch effizienter läuft es, wenn der Heizstab gar nicht gebraucht wird. Wärmepumpen mit dem natürlichen Kältemittel Propan (R290) erreichen Vorlauftemperaturen von rund 70 bis 75 Grad allein über den Verdichter. Das erleichtert den Einsatz in Bestandsgebäuden mit vorhandenen Heizkörpern. R290 erfüllt zudem die ab 2027 strengeren Vorgaben für Kältemittel und gilt daher als zukunftssicher.

Worauf es im Rheinland praktisch ankommt

Ob die Wärmepumpe im Winter effizient und zuverlässig läuft, entscheidet sich vor der Installation. Diese Punkte sind erfahrungsgemäß am wichtigsten:

Wer diese Punkte beachtet, muss im Rheinland keine kalten Räume befürchten. Die Feldmessungen zeigen, dass Wärmepumpen auch in unsanierten und teilsanierten Bestandsgebäuden zuverlässig heizen, sofern die Anlage passend geplant ist.

Häufige Fragen

Bleibt das Haus warm, wenn es tagelang friert?

Ja, sofern die Anlage korrekt auf die regionale Norm-Außentemperatur ausgelegt ist. Für den Raum Köln/Bonn sind das rund minus 10 Grad. An noch selteneren, extrem kalten Tagen unterstützt bei monoenergetischen Systemen der Heizstab, sodass die Vorlauftemperatur gehalten wird.

Verbraucht die Wärmepumpe im Winter sehr viel Strom?

Der Verbrauch steigt an kalten Tagen, weil der COP sinkt. Über das Jahr gemittelt bleibt die Effizienz jedoch hoch: Der Fraunhofer-Feldtest ermittelte für Luft-Wasser-Anlagen im Bestand eine durchschnittliche Jahresarbeitszahl von 3,4. Ein spezieller Wärmepumpentarif kann die Stromkosten zusätzlich senken.

Ist das Abtauen ein Zeichen für einen Defekt?

Nein. Das kurze, automatische Abtauen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt gehört zum normalen Betrieb und dauert meist nur wenige Minuten. Erst dauerhaft dicke Eisschichten sind ein Grund, den Fachbetrieb hinzuzuziehen.

Sie möchten wissen, ob und mit welcher Auslegung eine Wärmepumpe an Ihrem Standort im Rheinland sinnvoll ist? Über Wärmepumpen Rheinland erhalten Sie eine kostenlose, unabhängige Ersteinschätzung und ein passendes Angebot aus der Region. Die möglichen Zuschüsse lassen sich vorab mit dem Förder-Rechner abschätzen.

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